Vermeiden Sie Pleonasmus (oder: Doppelmoppel)!

 

Vermeiden Sie überflüssige, sinnähnliche oder sinngleiche Wörter!

 

Oftmals entsteht aus Unwissenheit ein schlechter Sprachstil.

Pleonasmen enstehen so auch aus Unwissenheit, es gibt aber auch Autoren, die solche Pleonasmen bewusst als Stilmittel einsetzen.

 

Was ist ein Pleonasmus?

Der Pleonasmus ist ein Stilmittel und eine rhetorische Figur.

Als Pleonasmen bezeichnen wir die Wiederholung von sinngleichen, aber verschiedenen Wörtern.

Diese Art Stilfigur liegt also vor, wenn in einer Wortgruppe ein bestimmter Inhalt mehrfach, auf unterschiedliche Art zum Ausdruck gebracht wird.

Der Pleonasmus kann sowohl als Stilmittel, aber auch als Stilfehler gewertet werden.

 

Das Wort Pleonasmus stammt aus dem Griechischen (πλεονασμóς pleonasmós) und bedeutet in etwa „Überfluss“.

Diese Übersetzung beschreibt recht gut, was es mit der Stilfigur auf sich hat.

 

Im Pleonasmus werden mehrere Wörter aneinandergereiht, die allesamt das Gleiche meinen.

Diese Wörter stellen jedoch keine zusätzliche Information für den Leser dar.

Sie sind demnach überflüssig.

 

Hier ein Beispiel für einen Pleonasmus:


Er ritt einen schwarzen Rappen

 

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine männliche Person einen Rappen reitet.

Per Definition ist ein Rappe ein schwarzes Pferd und von beliebiger Rasse.

Wir sehen also, dass das Adjektiv „schwarz“ völlig überflüssig ist.

Es liefert keine zusätzlichen Informationen.

Der Satz ist doppeltgemoppelt und ein beliebtes Beispiel für den Pleonasmus.

 

Pleonasmen oder schlechter Sprachstil …

 

Man hört und liest nicht selten folgende Wortverbindungen, die sich in unserer Sprache eingebrannt haben und die einen schlechten Sprachstil bedeuten:

 

Beispiele von A bis Z

 

A

  • aktive Mitarbeit: Mitarbeit allein bedeutet schon, dass man aktiv ist
  • alter Greis: „Greis“ ist eine Bezeichnung für eine alte Person.

B

  • bereits schon: schon allein drückt den Sinn schon aus

C

 

D

  • das junge Kind: Kind allein schon bedeutet, dass die Person jung ist.

E

  • Einzelindividuum: Ein Individuum ist eine einzige Persönlichkeit.

F

  • Feine Nuance: Eine Nuance ist schon eine Feinheit.

G

  • Geballte Faust: Wenn man eine Faust macht, dann ist sie geballt.
  • Gratis-Geschenk: Ein Geschenk ist immer kostenlos.
  • Großer Riese: Ein Riese ist immer groß.

H

  • Herbe Enttäuschung: Eine Enttäuschung ist grundsätzlich herb.

I

  • ich persönlich: Das ist auf jeden Fall doppelt gemoppelt!

J

  • jüdische Synagoge: Eine Synagoge ist immer jüdisch.

K

  • kann vielleicht sein: kann drückt schon ein „vielleicht“ aus.
  • klammheimlich: (lat. clam = heimlich)

L

  • La-Ola-Welle (span. la ola = die Welle)

M

  • manuelle Handarbeit: Wenn man mit den Händen arbeitet, ist es immer manuell.
  • mögliche Chancen: Chancen bedeuten eine Möglichkeit

N

  • nasse Pfütze: Eine Pfütze ist nie trocken!
  • neu renovieren: Wenn man renoviert, ist hinterher alles neu.

O

  • optimalsten: Optimal allein bedeutet schon das Maximalste.

P

  • persönlich anwesend: Wenn man anwesend ist, dann ist man persönlich da.

R

  • radioaktives Uran: Uran ist immer radioaktiv
  • runder Kreis: Wenn ein Kreis nicht rund ist, dann handelt es sich nicht um einen Kreis.

S

  • schlussendlich: Verbindung aus „schliesslich“ und „endlich“ – beide sind sinngleich
  • SMS-Service: SMS = Abkürzung für eng. Short Message Service
  • stillschweigend: Haben Sie schon einmal jemanden laut schweigen gehört?
  • schwarzer Rappe: Ein Rappe ist immer schwarz.

T

 

U

 

V

  • vorprogrammieren: Wenn man etwas programmiert, dann ist es im voraus gesteuert. Die Vorsilbe „pro“ bedeutet bereits „vor“.

W

  • weitervererben: Wenn man etwas vererbt, geht die Sache „weiter“.

Z

  • zufällige Stichprobe: Eine Stichprobe ist immer zufällig.
  • zusammenaddieren: Addieren alleine bedeutet schon „zusammenrechnen“.
  • Zukunftsprognose: Eine Prognose ist die Voraussage einer künftigen Entwicklung und kann also nur die Zukunft betreffen.

 

… oder Pleonasmus als bewusst eingesetztes Stilmittel

 

Pleonasmen können aber durchaus auch als rhetorische Figuren dienen und werden von Autoren gern bewusst als Stilmittel verwendet. Die Aussage wird mit einem Pleonasmus noch stärker betont.

  • Alles war sehr verheissungsvoll: leuchtende Lichter, heisse Flammen.

 

Was wir lernen sollten …

Vom Prinzip her lassen sich alle Satz-Konstruktionen als Pleonasmen identifizieren, die mehrere Wörter aneinanderreihen, die semantisch gleichbedeutend sind und keine zusätzlichen Informationen liefern.

Es muss für eine eindeutige Zuschreibung aber immer auf den Kontext geachtet werden.

Wir sollten darauf achten, Pleonasmen nicht unüberlegt einzusetzen!